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  • Aleks Lessmann 11:00 am 26. March 2014 permalink | Antwort  

    Die „Flaschenpost“ bat mich um einen Text, in dem ich meine Meinung zur Ausrichtung der Piraten äußere. Der Text dort durfte nicht länger als 8.000 Zeichen sein. Diese Version hier ist ungekürzt. Der „Director’s Cut“, sozusagen.

     
    Die Anfänge der Piraten finden sich in Schweden. Gesetzesänderungen hatten dazu geführt, dass das Recht der Bürger auf Privatsphäre zu Gunsten der Interessen der Verwertungsindustrie ins Hintertreffen gerieten.

     
    Unter ähnlicher Prämisse gründete sich 2006 in Deutschland die Piratenpartei. Das Augenmerk lag bei der Gründung jedoch nicht nur bei der Einschränkung von Bürgerrechten in der digitalen Welt, sondern wurde sehr viel weiter gefasst. Grundsätzlich sollten alle Bürger vor den Eingriffen in ihre Privatsphäre geschützt werden. Dem entsprechend wurde auch das restliche Parteiprogramm ausgebaut [1].

     
    2008 wurde ich auf die PIRATEN aufmerksam, als die Wohnung des damaligen Pressesprecher Bayerns von der Polizei durchsucht wurde [2]. Gesucht wurde nach der Quelle eines Leaks von Dokumenten zum später sogenannten „Bayerntrojaner“. Der Bayern- bzw. Bundestrojaner, ein weiterer Eingriff in die Privatsphäre der Bürger.

     
    Großen Zuspruch und einen weiteren starken Mitgliederzuwachs erfuhren die PIRATEN unter den politischen Ereignissen, die heute unter dem Begriff „Zensursula“ zusammengefasst werden. Als „Zensursula“ ein weit reichendes technisches System aufstellen wollte (die Stoppschilder), die der Anfang eines Zensursystems hätten werden können.

     
    Allein diese Historie führt deutlich vor Augen: Piraten wollten von Anfang an für die Freiheit der Menschen kämpfen. Es ist also keineswegs verwegen, die Piratenpartei Deutschland als eine freiheitliche Partei anzusehen. So sah die Partei aus, in die ich 2009 eintrat. In den Jahren danach wurde zusätzlich die soziale Komponente von den Piraten hinzugefügt. Dieser Bestandteil ist für eine verantwortungsvolle Politik unerlässlich.

     
    Dass dieses Selbstverständnis weiterhin gegeben ist, haben in den letzten Wochen die Landesparteitage in Rheinland-Pfalz [3] und Niedersachsen [4], die Landesvorstände in Nordrhein-Westfalen [5] und Schleswig-Holstein [6], sowie der frisch gewählte Vorsitzende der Piratenpartei in Berlin [7] deutlich klargestellt: Wir sind sozialliberal.

     
    Was heißt das für mich? Ich könnte es mir einfach machen und sagen, dass echte Liberale sich entlang der drei Grundsätze „Liberté, Egalité, Fraternité“ bewegen. Doch das Leben ist nicht so einfach, nicht so schwarz/weiß.

     
    Was bedeutet es also für mich, die Grundsätze von Freiheit, Chancengleichheit und Solidarität (wie ich die Grundsätze frei übersetze) politisch umzusetzen?

     
    Freiheit
    Mein wichtigster Grundsatz ist, mich für die Freiheit der Menschen einzusetzen. Lokal, global, überall. Das bedeutet, dass ich für weitgehende Rechte jedes einzelnen Menschen arbeite. Für die Bürger- und Menschenrechte Aller.

     
    Ferner bin ich kein Freund davon, überall Verbote und Bestimmungen aufzubauen. Je mehr Freiheit und Verantwortung man dem Einzelnen überlässt, desto eher werden die Menschen im Allgemeinen Verantwortung übernehmen. Das muß jedoch von klein auf gelernt und gelebt werden. Zur Verantwortung gehören auch Konsequenzen für Fehler. Freiheit ohne Verantwortung führt zu nichts. Das ist selbst anarchistischen Ideologen klar.

     
    Rosa Luxemburg sagte so treffend: „Freiheit ist immer auch Freiheit der anders Denkenden“. Ich werde mich immer für Meinungsfreiheit einsetzen. Dort, wo ich die Meinungen falsch oder gar gefährlich finde, werde ich mit Aufklärung dagegen agieren, aber nie mit Verboten, Maulkörben oder gar mit Gewalt.

     
    Chancengleichheit
    Bildung ist der wichtigste Hebel, um Chancengleichheit zu erlangen. Alle Menschen auf dieser Welt sollten kostenlose, lebenslange Bildung genießen. Die Marktradikalen der letzten 30 Jahre, ob in schwarzer, gelber, roter oder grüner Montur, haben stark daran gearbeitet, uns von diesem Ideal immer weiter zu entfernen.

     
    Das beste System, um auch eine wirtschaftliche Chancengleichheit zu erlangen, ist die soziale Marktwirtschaft unter strikter Kontrolle eventueller Monopolbildungen. Dieses Wirtschaftssystem muss sozial und ökologisch ausgeglichen sein.
     

    Solidarität
    Solidarität bedeutet für mich, mich für die einzusetzen, denen es nicht so gut geht wie mir. Deswegen verabscheue ich das Hartz4 System zutiefst. Ein System, welches Menschen einen Tritt gibt, wenn sie am Boden liegen. Meine ideale Gesellschaft würde sich um diese Menschen kümmern und ihnen helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Dazu gehören grundsätzlich ein kostenloses Gesundheitssystem (für körperliche und psychische Gesundheit), und ein menschenwürdiges Überbrückungsgeld und zwar so lange, bis der Mensch wieder selbst dazu in der Lage ist.Zur Solidarität gehört aber auch, dass Menschen für ihre Arbeit einen angemessenen Lohn erhalten. Damit sie mit nur einem Job bis zum Monatsende mindestens menschenwürdig ihr Auskommen haben. Es ist inakzeptabel, dass sich Menschen in unserem Land zwei Vollzeitjobs suchen müssen, um genügend zum Überleben zu haben. Es ist für mich genau so wenig hinnehmbar, dass manche Manager sich das 1.000fache des Durchnittsgehalts in den von ihnen geführten Unternehmen gönnen. Zuzüglich Boni, „selbstverständlich“.
     

    Der Mensch ist das Maß aller Dinge
    Als liberaler Mensch bin ich zutiefst humanistisch (und umgekehrt). Der Mensch ist für mich das Maß aller Dinge. Der Mensch, kein Kollektiv. Ich bin kein Anhänger von kollektivistischen Ideologien (Kommunismus, Sozialismus, Faschismus, Nationalismus, Religionen…). Insbesondere im politischen und gesellschaftlichen Leben bewegen sich meine Gedanken immer entlang der Frage, ob mein Tun und meine Entscheidungen den Menschen dienen.Im Sinne dieser Ausrichtung haben wir Piraten herrlich progressive, weitreichende Aussagen zu Gender- und Familie beschlossen [8], die die Probleme des 21. Jahrhunderts angehen, und haben uns klar als soziale Partei positioniert [9], die über die sozialen Probleme diskutiert, mit denen uns die marktradikale Ideologie der Etablierten sowie der technische Fortschritt beladen haben.Als Humanist verabscheue ich Gewalt, Gewaltverherrlichung und Gewaltphantasien. Mir würde es nie einfallen, tote Menschen als „Kartoffelbrei“ zu bezeichnen [10]. Genauso wenig würde es mir einfallen, jemanden zu danken, der ganze Städte in Schutt und Asche gelegt hat und dem es egal war, wie viele Zivilisten dadurch umkamen. Krieg mag für von Clausewitz die „Fortführung von Diplomatie mit anderen Mitteln“ sein. Für mich ist Krieg der Zusammenbruch der Diplomatie, der Politik, des Miteinanders.Mir ist bewusst, dass Krieg manchmal notwendig ist – was im zweiten Weltkrieg gegen das Nazi-Regime selbstverständlich der Fall war. Gegenüber dem Faschismus, der Menschen in Massen morden ließ, gab es keine andere Antwort, als ihn von der Wurzel her auszutreiben. Ich sehe aber nicht, wieso Gewalt in unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung – mit all ihren Fehlern, die wir unbedingt korrigieren sollten – ein Mittel der Politik in irgend einer Weise sein sollte. Und damit meine ich nicht nur physische, körperliche Gewalt, sondern auch die psychische Gewalt. Hier mein Blogartikel dazu von 2013 [11].
     

    Bei all dem voran gegangenem sollten wir nicht vergessen, dass Liberalismus – allen voran deren sozialliberale Tendenz – immanent systemkritisch ist, und als solcher immer reformistisch eingestellt. Ausgehend von einem positiven Menschenbild geht der Sozial-liberale davon aus, dass die Menschheit ständig lernt und sich verbessert und fördert die Anpassung des Systems an diese Veränderungen. Manche dieser Reformen werden zwangsläufig revolutionär wirken. Vor allem, wenn andere Kräfte in der Gesellschaft zu lange mit Reformen gewartet haben (wie z.B. aktuell beim Urheberrechts- und Patentwesen), oder die Reformen in die falsche Richtung gegangen sind (wie aktuell bei den kontinuierlichen Einschränkungen der Bürgerrechte und der Hartz4-Gesetzgebung).
     

    Da wir Piraten den Menschen als das Maß aller Dinge nehmen – jeden einzelnen – sind wir zwangsläufig vom Kollektivismus weit entfernt, kämpfen für deren Freiheit, auch und besonders im Persönlichen, für Chancengleichheit und für gerechte Gleichbehandlung aller. Dass man den Menschen möglichst gewaltlos entgegentreten sollte, sollte für uns selbstverständlich sein. Dass wir uns denjenigen entgegenstellen, die Hass und Gewalt predigen, genau so.
     

    Die Piraten sollten wieder eine Partei werden, die jeden einzelnen Menschen als handelndes, denkendes Individuum versteht, welches aus freien Stücken entscheidet, dass die Zugehörigkeit zu diesem Staatsgebilde die bessere der möglichen Lösungen ist, trotz oder gerade wegen aller nötigen Anpassung des Systems. Eine Partei, die für Freiheit, Menschenrechte und Chancengleichheit kämpft. Eine Partei für die Menschen.
     

    [1] „Deutsche Piratenpartei kämpft für die freie Wissensgesellschaft“ http://m.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Piratenpartei-kaempft-fuer-die-freie-Wissensgesellschaft-160967.html
    [2] http://www.taz.de/!23107/ uva
    [3] Ergebnisse des Parteitags der Piratenpartei Rheinland-Pfalz vom 2.2.2014 in Trier http://www.piraten-rlp.de/2014/02/ergebnisse-des-parteitags-der-piratenpartei-rheinland-pfalz-vom-2-2-2014-in-trier/
    [4] http://wiki.piratenpartei.de/NDS:Mitgliederversammlungen/2014.1/NFG_Antraege#Sonstiger_Antrag_vom_Landesvorstand_Niedersachsen
    [5] Statement des Landesvorstands NRW zum #Bombergate http://vorstand.piratenpartei-nrw.de/?p=775
    [6] Statement zum innerparteilichen Richtungsstreit http://landesportal.piratenpartei-sh.de/vorstandsblog/2014/02/statement-zum-innerparteilichen-richtungsstreit/
    [7] Berliner Pirat Lauer ruft Partei zum Kurshalten auf http://www.focus.de/politik/deutschland/parteien-berliner-pirat-lauer-ruft-partei-zum-kurshalten-auf_aid_834199.html (uva)
    [8] Aus unserem Programm: Geschlechter- und Familienpolitik http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Geschlechter-_und_Familienpolitik
    [9] Aus unserem Programm: Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Recht_auf_sichere_Existenz_und_gesellschaftliche_Teilhabe Wo mir der Satz „Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum“ enorm gefällt
    [10] http://dasneuerheingold.files.wordpress.com/2014/02/schramm2.png
    [11] Eigentlich sind es zwei:

    Und ich bin den abschließenden Teil 3 schuldig. Der kommt noch. Versprochen.

     
  • Aleks Lessmann 09:47 am 12. March 2014 permalink | Antwort  

    Ich möchte euch auf das Interview hinweisen, das ich als Mitglied des Vorstands des Frankfurter Kollegiums den „Ruhrbaronen“ gegeben habe. Das Interview in Gänze findet ihr unter http://www.ruhrbarone.de/libpir/75109.

    Hier ausgewählte Zitate:

    „Wenn ich mich umschaue, habe ich sehr stark den Eindruck, dass Hartz IV ein System ist, durch das Menschen, die gestrauchelt sind, die Probleme haben, die irgendwie keinen Job bekommen, tatsächlich unten gehalten werden und ich sehe nicht, dass denen geholfen wird. Ganz im Gegenteil.“

    „Ich habe die Piratenpartei schon 2009 als eine Partei erlebt , die sich für Bürgerfreiheit einsetzt, die sich freiheitlich positioniert, die sich dem Abbau der Bürger- und Menschenrechte in den Weg stellt und tatsächlich der Meinung ist, dass man das anders machen muss. Das hat mir sehr gefallen.“

    „Das Frankfurter Kollegium versteht sich als eine Gruppierung innerhalb der Piratenpartei für alle, die sich sozial und liberal positionieren, die sowohl freiheitliche Gedanken haben, als auch den sozialen Gedanken aufrecht erhalten.“

    „Eine Piratenpartei, die sich freiheitlich, liberal, sozialliberal positioniert hat meines Erachtens ein Potential von bis zu 20%, weil das das grundsätzliche Potential von freiheitlich denkenden Menschen innerhalb Deutschlands ist.“

    „Ich bin ganz persönlich nicht der Meinung, dass wir mit Linksradikalen irgendeinen Spagat versuchen sollten, mit Leuten, die Flaggen hissen für gewaltbereite Gruppen.“

    „[I]nnerhalb der gesamten Familie der freiheitlichen Gedanken werden wir uns sicher zusammenraufen und Wege finden. Mal werden die einen eine Mehrheit bekommen, mal die anderen. Das ist auch richtig so, das ist Demokratie.“

    Wünsche viel Spaß bei der Lektüre.

     
  • Aleks Lessmann 13:57 am 16. August 2013 permalink | Antwort  

    Und so sieht es aus:

    Märkte Brauchen Regeln, Menschen Brauchen Freiheit!

     
  • Aleks Lessmann 10:47 am 17. June 2013 permalink | Antwort  

    Am 14. Juni wählten die Mitglieder der Piratenpartei Landsberg/Lech in
    ordentlicher Versammlung einen neuen fünfköpfigen Kreisvorstand.

    Neugewählter Erster Vorsitzender wurde der Geltendorfer Aleks Lessmann.
    Der 45jährige ist Landsberger Direktkandidat (zusammen mit den Landkreisen Welheim-Schongau und Garmisch Partenkirchen) für den Deutschen Bundestag, er war die letzten zwei Jahre der Politische Geschäftsführer der Piratenpartei Bayerns.

    Seine Hauptaufgabe sieht Lessmann darin, die Kommunikation der Piraten nach innen wie nach außen zu verbessern. Außerhalb seiner Parteiarbeit ist er selbständiger Manager auf Zeit und war lange Jahre in der Medienwelt beschäftigt.

    Zu seinem Stellvertreter wurde der bisherige 1. Vorsitzende Tobias Frage gekürt. Neuer alter Schatzmeister bleibt der frühere Landsberger OB-Kandidat Eric Lembeck. Den Posten der beiden Beisitzer teilen sich ebenfalls wie gehabt der 20jährige Landsberger Kfz-Mechatroniker Marius Allgaier und der Dießener Michael Fuchs-Gamböck, der sich als langjähriger Journalist und Buchautor in erster Linie um die Öffentlichkeitsarbeit der Partei kümmern will.

    Interessierte und Neugierige können den frisch gewählten Vorstand an jedem ersten Dienstag des Monats am Piraten-Stammtisch in Landsberg kennen lernen. Der nächste Termin findet statt am 2. Juli, ab 20 Uhr, im Lokal “NonnenBräu”, Effenhauser Str. 5.

    mit Bär Kopie

    Oben (von links):
    Eric Lembeck, Schatzmeister. Marius Allgaier, Beisitzer. Michael Fuchs-Gamböck, Beisitzer

    Unten (von links):
    Aleks Lessmann, Vositzender. Tobias Frage, Stellvertretender Vositzender.

     
  • Aleks Lessmann 12:00 am 24. January 2013 permalink | Antwort
    Tags: , dogmatiker, , ,   

    Vorab
    Dieser Blogpost kommt eine Woche später als ich vorhatte, da ich gebeten wurde, erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen zu schreiben. Zwar bin ich mir sicher, dass mein Blog nicht wahlentscheidend ist, aber es ist ja kein Problem zu warten. Die Probleme in unserer Partei sind eh nicht in einer Woche zu lösen.
    (mehr …)

     
    • Jan 12:37 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Dogmatismus ist tatsächlich der passendere Begriff — mit Links sein hat chauvinistisches Verhalten nun wahrlich nichts zu tun. Die Diffamierung als linker/radikaler Spinner oder „Gutmensch“ ist ebenso problematisch, entspricht dem selben Muster und entspringt meist einer ganz anderen politischen Ecke.

    • Paul B. 14:00 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Ich glaube ein Wort, das man für diese Personen verwenden könnte, ist Fundamentalisten.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus

      Das trifft es meiner Meinung nach am ehesten.

    • Gondrino 16:16 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Jeder Pirat bleibt aufgerufen gegen Dogmatismus und Fundamentalismus vorzugehen. Beide widersprechen den freiheitlichen Werten, die wir vertreten. Ziel ist doch eine offene Gesellschaft ohne Angst, ohne Diskriminierung, in der jeder so leben kann, wie es seinen Vorstellungen entspricht, so lange er andere nicht beeinträchtigt. (Hat schon der alte Fritz gesagt…)

    • Umrath 16:26 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Und wieder ein klares „Daumen hoch!“ für den 2. Teil.

      Dogmatiker, ich würde auch eher zur Bezeichnung Fanaktiker tendieren, sind in der Tat ein Problem, ein tagtägliches Problem. Leider haben sie in einigen Bereichen ihr Ziel schon erreicht und tatsächlich die leiseren Gegner zum schweigen gebracht.

    • soulless 16:44 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Was ich bei vielen dieser Fundamentalisten nicht verstehe ist das sie auf der einen Seite gegen Rechts und Fachismus und so weiter „kämpfen“ und dann selber nicht so viel anders handeln.

      Der Glaube mit allen Mitteln für das „Gute“ kämpfen zu müssen, der Glaube einen klar identifizierbaren Gegner zu haben und diesen zu diffamieren, Etiketten zu verteilen und auszugrenzen ist doch schon immer der Anfang von Bewegungen die in totalitäre Systeme führen.

      Eine freiheitliche Politik definiert sich nicht durch die Ziele sondern durch die Methoden.

      • StarFire 08:43 am 29. Januar 2013 permalink | Antwort

        Ja – sie sind einfach nur die andere Seite der Medaille … aber … sie haben RECHT !!!111!!1 *g*

        Das ist das Problem mit den Leuten, die keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer persönlichen Wahrheit haben.

        „Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“
        (Bertrand Russell)

    • netzhocker 18:55 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Lieber Aleks,

      schön wie Ihr™ euch die Bedeutung des Wortes Dogmatikerin erarbeitet habt. Allerdings werden sich folgende Personen über eure Interpretation lt. Wikipedia kaum freuen:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Dogmatiker

      Da sind Menschen dabei wie Karl Adam, ein gewisser Benedikt_XVI., Eva-Maria_Faber, Elisabeth_Gössmann (sie selbst sieht sich lt. Wikipedie aber eher als „…als Vertreterin einer „historischen Frauenforschung in der Theologie“, …

      Aber mach nur weiter, ich hol mir Popcorn und schau mir „Aluhut goes PAV“ an.

      Liebe Grüße
      @netzhocker

    • Fritz 19:08 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo Aleks,

      ja wir haben hier ein ganz massives Problem und viel zu lange haben wir diesen Fanatikern, Fundamentalisten das Feld überlassen. Leider ist es so dass selbst oberste Funktionsträger und landtagsabegeordnete diese miesen Methoden anwenden.

      Aber vielleicht fängt man vielleicht mal selbst bei sich und seinem umittelbaren Umfeld an. Wer Parteimitglieder bzw Wähler als Spinner oder Idioten bezeichnet sollte mal in sich gehen. Merkste was!

      LG aus dem Norden

    • Christophe Chan Hin / Incredibul 19:50 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo Aleks,

      ich glaube deine Ziele sind letztlich gar nicht so weit entfernt von denen, die du kritisierst. Du kritisierst : „Die meisten Methoden basieren auf psychischer und verbaler Gewalt. Der einfachste Weg ist deutliche Gewalt wie Herumschreien, jemanden gezielt anschreien, am Telefon pöbeln.“.

      Wenn es um Antisemitismus, Rassismus und Sexismus geht, geht es letztlich darum, dass Menschen nicht institutionalisiert oder sozial immer wieder aufs Neue beleidigt werden. Das man Rücksicht nimmt auch auf die Menschen, mit denen man vielleicht nicht in der selben Peer Group ist. Insofern ist dein Einwand verständlich, aber übersieht den Ausgangspunkt. Ich bin auch kein Fan davon, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, aber das muss schon klar sein: Leute, die dafür höflich behandelt werden wollen, dass sie sexistische, rassistische oder antisemitische Kommentare benutzen, sind per se unhöfliche Menschen und Dogmatiker.

      Du forderst

      : „Der erste und einfachste Schritt ist, die Personen, die diese Methoden benutzen, darauf hinzuweisen was sie gerade tun. Bei jemandem, der die Methoden unreflektiert benutzt hat, wird es hoffentlich zum Nachdenken führen. Jemand, der die Methoden gezielt verwendet, wird sich hoffentlich ertappt fühlen.

      Sollte die Person die Methode oder Methoden weiterhin benutzen, so sollte man das öffentlich anprangern und das Umfeld auf die unfairen Praktiken, die sie anwendet, aufmerksam machen. Hoffentlich wird Peer-Pressure dazu führen, dass die Nutzung solcher Methoden aufhört.“

      Das ist letztlich nichts anderes als das Vorgehen, was die von dir als Dogmatiker bezeichneten Leute praktizieren.

      • admin 20:00 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

        Leute ruhig anzusprechen, dass sie Gewalt anwenden ist selbst Gewalt?

        • Christophe Chan Hin / Incredibul 21:11 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

          Ne, ich hatte mit quote beide Absätze hervorheben wollen, eigentlich ist der zweite

          „Sollte die Person die Methode oder Methoden weiterhin benutzen, so sollte man das öffentlich anprangern und das Umfeld auf die unfairen Praktiken, die sie anwendet, aufmerksam machen. Hoffentlich wird Peer-Pressure dazu führen, dass die Nutzung solcher Methoden aufhört.”

          der wichtige.

          • admin 13:01 am 25. Januar 2013 permalink | Antwort

            Und inwiefern ist es Gewalt, jemanden auf Aggressivität in seinem Verhalten hinzuweisen?

            • Christophe Chan Hin / Incredibul 17:00 am 26. Januar 2013 permalink

              „öffentlich anprangern“ und „Peer Pressure“. Die von dir kritisierten Leute machen nichts anderes. Und, mit Verlaub: Es gibt immer Leute, mit denen man in Ruhe ein Thema besprechen kann.

              Was den Inklusionsantrag anging: Die Diskussion wäre halb so wild gewesen, wenn nicht der Zeitdruck da wäre. Bundesparteitage der Piraten bekommen selten Zeit, eine Diskussion durchzuführen, und Diskussionen können durch die Masse mit GO Anträgen abgebrochen werden. Letztlich beweist es nur, dass weder LQFB noch LimeSurvey noch ein Bundesparteitag einen öffentlichen, inhaltlichen Diskurs ersetzen können. Und trotz allem Ärger wurde der geänderte Antrag letztlich als Positionspapier angenommen, d.h. im Prinzip mag die Diskussion hitzig gewesen sein, aber ein Ergebnis mit dem alle leben konnten gab es.

              In einer Partei wird gestritten. Dass da immer mal jemand über die Strenge schlägt, kann passieren. Und irgendwann ist dann auch gut mit Selbstbeschäftigung wie Flauschcons, Aggressivem Kommunikationsstil etc.

              Zumal die Grenzen sich immer verschieben. Bei der BGE Diskussion sind z.B. Piraten durch massive Trollerei aufgefallen, die sonst recht vernünftige Diskussionspartner sind.

              Dieses ganze gelabere um den richtigen Ton verhindert letztlich inhaltliche Arbeit. Das dein Artikel letztlich doch irgendwie inhaltlich ist, da er am Ende lauter „Feminismus und das Genderthema sind doof“ Artikel verlinkt, ist im höchsten Maße irritierend.

              Was Ideologie angeht: In jeder politischen Diskussion bezieht man ja irgendwo Position. Die Positionen der anderen Seite als Ideologie hinzustellen ist selten Produktiv. Für den Fall, dass man keinen Konsens findet, gibt es Abstimmungen. Das ist bei vielen Themen bei uns letztlich auch passiert, BGE ist das prominenteste Beispiel.

    • Status Quo 19:52 am 24. Januar 2013 permalink | Antwort

      Die Dogmatiker des Status Quo sind auch stark vertreten. Lähmend, verallgemeinernd und kurzsichtig. Siehe oben.

    • xwolf 12:32 am 25. Januar 2013 permalink | Antwort

      Danke für den Text. (Auch wenn er anderes strukturiert, nämlich ohne die Hintergrund-Anleitung, IMHO besser lesbarer gewesen wäre).
      Das was du über die Semenatik geschrieben hast ist sehr richtig und die Auflistung liefert eine schöne Anleitung um sowas zu erkennen.

      Was ich aber vermisse ist der Hinweis, daß „Dogmatiker“ nicht immer eine feste Gruppe sind.
      Bei speziellen Themen sind es immer dieselben, ja. Aber bei anderen Themen sind es ganz andere, und die Personen die sich woanders als Dogmatiker gebähren sind da plötzlich kompromissbereit und pragmatische Menschen.
      Ich würde sogar soweit gehen und postulieren, daß jeder selbst auch unversehens und oft unbewusst selbst zum Dogmatiker werden kann, wenn ihm das Thema (aus Gründen) wichtig ist.
      Andere als Beispiel zu nennen ist leicht. Ich nehm mich mal selbst als Beispiel: In Sachen Barrierefreiheit werde ich regelmäßig selbst zum Dogmatiker. Und falle auch in die oben genannten Methodik der Semantik rein. Das geht sogar inzwischen so weit, daß ich Leute der Diskriminierung bezichtigte. Und das „nur“ weil sie sich nicht auskannten und zwar in besten Wissen und Gewissen was produziert haben, aber dann doch Leute ausgrenzten.

      Oft (immer öfter bei dem Thema) hab ich das Gefühl, es geht nicht mehr anders. Das Thema und viel mehr noch, die allgemeine Akzeptanz dazu, kommt seit fast 2 Jahrzenten nur so langsam voran. Und die Leute machen noch immer und wieder dieselben Dinge,von denen man eigentlich dachte, das man sie endlich hinter sich hätte…
      Der Frustfaktor ist da riesengroß.

      Wenn wiedermal ein Vorstand mit einer Website rauskommt und absichtlich und trotz vorherige Hinweise, daß man diese zugänglich für alle macht, dann doch mit einer Lösung kommt, die 5% aller Leute ausschließt, dann bezeichnie ich dies öffentlich als Diskriminierung.
      Würde mich dann ein Hinweis wie obiger, erreichen, würde mich das nicht abhalten. Eher weiter erzürnen.
      Denn ich würde es als Relativierung des Problems sehen. (Ha, das mit der echten, vermeintlichen oder unterstellten Relativierung ist auch so eine Falle!).

      Und nun?
      Richtlig lösen kann man das Dilemma wohl nur mit mehr als einen kurzen Appel an Sachlichkeit. IMHO braucht es mehr an gegenseitigen Verständnis. Und Ruhe und Gelassenheit.
      Auch bei kritischen und brennenden Themen.
      Dahin zu kommen ist schwer. Wen man Blind vor Wut und aus Frust auf einem Gebiet tätig ist, sieht man hinter allem nur Angriff und Verschwörung.

      Wir sollten daher versuchen, es garnicht erst soweit kommen zu lassen.
      Wir müssen versuchen, schon rechtzeitig zu erkennen, wenn Piraten und andere Leute sich in etwas reinsteigern oder sich überarbeiten und absehbar in den Burnout kommen.
      Wenn wir einen Appell auf Mässigung sagen, dann ist es meist schon längst zu spät.

      Wir müssen halt eben mehr aufeinander aufpassen.

      (Btw: Mach ich mich jetzt wieder zum Relativierer? Weil ich gerade versuche, die Gründe hinter den Dogmatiker der in allen von uns steckt, zu ergründen?)

      • StarFire 09:08 am 29. Januar 2013 permalink | Antwort

        Gut erklärt. In meinem Fachbereich werde ich auch immer schnell zum Dogmatiker. Einfach weil ich mich in der Thematik gut auskenne und immer wieder die selben, längst widerlegten Pseudoargumente von uninformierten Leuten höre. Das ist ermüdend, das kostet viel Nervenkraft und ist lästig, immer wieder und wieder belegen zu müssen, daß der „normale Pirat“ vom Thema keine Ahnung hat und sich doch bitte mal ins Thema einlesen soll, statt daß er auf Basis seines Halbwissens, seines Bauchgefühls und seinen Vorurteilen mit diskutiert.

        Da stoßen dann Dogmatiker auf Dogmatiker. Auf der einen Seite gut begründeter Dogmatismus, der auf Studien und Statistiken (auf Fakten) beruht – auf der anderen Seite der Dogmatismus, der sich aus Bauchgefühl, hören-sagen, ideologischer Verblendung und Vorurteilen speist.

        Ja, auch da würge ich inzwischen die Diskussionen ab, bzw. ziehe mich raus, weil ich eben keinen Bock mehr drauf habe, jedem Menschen einzeln seine Denkfehler und Ignoranz vor die Nase zu halten (was die meisten sowieso eh eher beleidigt, als zum umdenken bewegt).

    • Michael Behling 12:44 am 25. Januar 2013 permalink | Antwort

      Dogmatiker des Status Quo sind häufig Ignoranten oder auch Lobbyisten. Warum diese den vermeintlichen Stillstand wollen, diese Erkenntnis, fällt einem meist viel später vor die Füsse.

      @Inoxis63

      • admin 13:03 am 25. Januar 2013 permalink | Antwort

        Wieso meinst du, dass du mit sprachlicher Gewalt deine Meinung unterstützen musst?

    • Antonio García García (aka NingúnOtro & @SameDoKan) 16:55 am 26. Januar 2013 permalink | Antwort

      Dear Aleks and fellow German pirates,

      „By assuming malice you often turn away from the problem. It’s unpleasant to deal with malice, because someone seems to work against you. And, after all, it’s not your fault, that someone else is mean, so he should apologize and you wouldn’t do a thing until then.

      But by identifying a misunderstanding, suddenly no one’s left to be blamed. It’s nobody’s fault. There are always two to make a misunderstanding happen. It takes at least one to clear it up, and it doesn’t matter who this is.“

      Please have a look at the following:

      http://en.wikipedia.org/wiki/Hanlon%27s_razor
      http://en.wikipedia.org/wiki/Logic_of_Empire
      http://rationalwiki.org/wiki/Hanlon%27s_razor
      http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/HanlonsRazor

      Best overall text: http://agiletrail.com/2011/12/20/hanlons-razor-comfort-in-the-assumption-of-stupidity

      I first met you in Prague, Aleks, where you undoubtedly with all of your good faith and intention, but with an extreme lack of factual understanding, tried to mediate between the Catalan pirate party delegation and the Spanish one I was part of. I was there, spending a big chunk of my meagre personal reserves, much more because I had propositions for the International Pirate Community much in line with what you say in the inaugural speech to the Potsdam Conference (grenzen in den kopfen abbauen), than to unilaterally defend Spanish Pirate Party interests. But of course… first everything about the Spanish situation got postponed till the last minute and I could not know if PPI would do the right thing, so I waited for positive signs… until everything went crazily wrong and still remains this way beyond my rational willingness to apply Hanlon’s razor ;( . So I kept my mouth shut. The PPI Statutes were breached in Prague and prostituted in a Court of Arbitration ruling… and nobody has seemed to care… and thus I still keep my mouth shut while my complaint to the CoA awaits Godot due to the administrative arrogance of the PPI Board.

      Still, I tried to contribute towards some global understanding of our human and pirate situation: https://eu.piratenpad.de/2

      Humanism is no stranger to the PP-DE ideology: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/thumb/d/d6/Wertedreieck.png/800px-Wertedreieck.png

      Our biggest problem is not active radicalism, dogmatism, or you name it any way you want to try to avoid pointing to the seemingly overwhelming majority of left-wing origin in it that is plaguing the German Pirate Party. Of course there is some, like there is right-wing, but it is not the bulk of it.

      Our problem is Hanlon’s razor (a little bit of malice, a lot of misunderstanding, a big bulk of straight ignorance), coupled with statistical effects compounding on the mass dynamics of our „MitmachPartei“ approach that grow worse the faster we accept growing amounts of new affiliates that join because of the fun that can be had and care less about learning thoroughly what being a pirate is really about and logically and ethically behave like one or stay away.

      There you have your reason for the growing split between Altpiraten and Neupiraten… Altpiraten statistically are much more logically and ethically aware of the original pirate values, and intellectually capable of arguing about them and adapt to new contexts… and they suffer an increasing lack of relevance in the defence of those values because they are being outnumbered heavily now by too many Neupiraten that do not really care to explore, understand and adopt the core pirate values… they have found an easy alternative in the horizontal assembly model of the 15M/Indignado/Occupy Movement that reduces everything in democracy drastically to… whatever the majority votes (even if they vote not understanding anything, just pressed by the simplistic maxim „I vote thus I am“, by tossing a coin or throwing dice -like the vote on PP-CAT full membership in PPI through an statutorily impossible non-motion-)

      Granted, it is not easy to get out of the trouble democratically once you have let the Party degrade towards consisting of a majority of unaware, mostly ignorant or simplistically thinking people that think the majority is always right and that that is all what democracy is about. They push for direct dmocracy and Liquid Feedback everywhere… and create a black hole called Idiocracy (The homonymous motion picture is funny to watch… once! 🙁 ). Try to convince them of the plain truth arguing they are being stupid and ignorant… and you will get a taste of what the Spanish Inquisition was about. Beware of Lynch.

      We are heading towards mob rule in the parties if we fail to recognise the right dynamics involved in the phenomenon.

      Even those in board positions end up acting weird to avoid the shitstorms the overwhelming ignorance (not to point to each and everyone, you know yourselves, but undeniably in an aggregated statistical sense) generate, and stupid ad-hoc decisions are enacted to try to cope with lack of reason in the majority that damage the credibility of our core values (like giving up freedom of speech to end the brown-nazi shitstorm as the left-leaning ignorant majority imposed to feel some kind of victory achieved).

      At this moment, participation and creativity are being rooted out because the conservative majority of dumb ignorants lynches everything and everybody that threatens their cozy ignorant nirvana.

      And public perception of the Pirate Party went from innovative darefulness that gave many people all over the ideologic spectrum new hope to an overwhelming amount of tiny or not so tiny idiotic remarks and positions and disrespectful behaviour of ignorant individuals that nonetheless had being pirates in common… that the conservative press built on greedily to ruin the Pirate Party as a threat to the political status quo of their traditional paymasters.

      I had plans for a Pirate Blitzkrieg (and idiots be damned) starting an experiment for the Lower Saxony elections, to consolidate the strategy at the Federal Parliament elections, and finally take over the whole European Parliament in 2014 😉 … and I found nobody responsible enough to talk about them with… which was really what I went to Prague for to start with.

      I let the guys in Lower Saxony do it their way instead…

      … no need to recall the results.

      So, wie geht es weiter?

      Antonio.
      PP-ES

    • Anhalter 17:09 am 28. Januar 2013 permalink | Antwort

      Danke, klare überfällige Worte.
      Ein weiteres Übel, dass in gerade (bevor ich Deinen Blog las) auf den MLs von Niedersachsen und Berlin zu thematisieren versuche, ist „Don’t feed the troll‘.

      Dieses virtuelle Wegsehen angesichts der von dir beschriebenen dogmatischen und teils demagogischen Argumentationsstile. Dieser hilflose Versuch Beleididungen einzelner, falsche Anschuldigungen, manipulative Vorwürfe, aber auch politisch provokative Posts durch Ignorieren ungeschehen machen zu wollen. Der mangelnde Wille Verantwortung zu zeigen und zu tragen. Dieses feige „sich-weg-ducken“ das maßgeblich dazu beiträgt, das die Presse uns als Chaotenhaufen empfindet und darstellt. Denn nur die lauten Demogogen oder Dogmatiker, wie Du sie durchaus zutreffend nennst, werden wahrgenommen.

      Ich bin der Überzeugung, wenn wir es nicht schaffen uns auf gemeinsame Werte auch oder sogar gerade im Umgang miteinander zu einigen und diese zu leben, dann sind wir unglaubhaft.

      Wie wollen wir glaubhaft eine Politik fordern und gestalten, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt, wenn wir gleichzeitig mehr als häufig den Respekt im Umgang miteinander vermissen lassen?

    • DSLawFox 02:07 am 23. Februar 2013 permalink | Antwort

      Danke, Aleks, für deine Ausführungen in Teil 1 und Teil 2! Deine Analyse könnte sicher noch ergänzt werden um die Vorkommnisse seit der Veröffentlichung deiner Blog-Posts, indessen mir fehlt leider die Zeit. Sobald ich es hin bekomme, meine anderen „Projekte“ zu veröffentlichen, wird das das Nächste sein; hoffentlich nicht zu spät. Exemplarische, Ereignisse aus meiner persönlichen mittelbaren und unmittelbaren Wahrnehmung verdeutlichen und bestätigen deine gewonnene Erkenntnis in teils erschreckender Weise. Dennoch werde ich den Idealismus nicht verlieren. Es gibt „die freiheitlichen Ziele“, für welche „Die Piraten (TM)“ seit Gründung und jedenfalls seit der erweiterten Öffnung ab 2009 stehen, die es zu verfolgen und in unserer Zivilgesellschaft zu propagieren und gedanklich zu verankern gilt. Dafür braucht es mehr Aktive, Konsolidierer und Solidarier und weniger „Laute“, Extremisten, deren Ziele oder auch ihre eigene Unsicherheit es ihnen (Letztgenannten) aufnötigen, die Fratze des Totalitarismus oder des bloß vermeintlichen! (Meinungs-)Anarchismus möglichst perfekt zu tarnen, um schließlich die Unfreiheit der intellektuell Unterlegenen feiern zu können. Dabei gilt es stets, beabsichtigten Machtgewinn mit der Obsession für vermeintlich hehre Ziele zu bemänteln, was aber im Endeffekt nichts anderes bedeutet, als Meinungs- und Deutungshoheit zu erlangen. Dies wiederum dient einzig dem Ziel, am Ende Massen (oder eine begrenzte Parteiöffentlichkeit) davon zu überzeugen, dass es nur EINE Wahrheit gibt; nämlich die von ihnen Propagierte. Dass sich diese Leute jenseits des Wertekanons unseres Grundgesetzes und der Europäischen Menschenrechts-Charta positionieren, nehmen sie billigend in Kauf, weil sie glauben, eine bessere, die enzig wahre Wirklichkeit in petto zu haben; ihre eigene, welche über die Meinungsvielfalt der kreativen und motivierten Masse selbstverständlich erhaben sein will. Um das zu erreichen ist beinahe alles probat: bis hin zum Einsatz psychischer und/oder physischer Gewalt gegen Andersdenkende oder deren Angehörige.
      Es ist widerlich, aber dieser Aggression zu trotzen, ist ein Anspruch, der es wert ist, ihm gerecht zu werden.
      Dabei!

  • Aleks Lessmann 13:00 am 9. January 2013 permalink | Antwort
    Tags: , , ,   

    Anmaßung der Lauten
    Lese einen interessanten Kommentar von James Besser in der International Herald Tribune, der mich zum Denken anregt. Darin wird beschrieben, wie sich die Republikaner in den USA  von radikalen Kräften haben vereinnahmen lassen, die nur die Meinung einer lauten Minderheit wiedergeben, die aber als die Meinung der gesamten Partei empfunden werden. Dasselbe Problem sieht der Autor in jüdischen Organisationen in den USA oder auch in der NRA.
    (mehr …)

     
    • Monika Belz 14:24 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo, ich hoffe, dass du und alle die zustimmend beim Lesen des Blogpostes nicken, den ersten Absatz bei „Es reicht“ dann auch ernst nehmen, weil das im Rest des Textes eigentlich eher das Gegenteil vermuten lässt. Bin gespannt auf den zweiten Teil. Ist sicherlich interessant, wie Aktivitäten, Positionen und ggf. Personen in Schwarz und Weiß (schwarz=radikal) sortiert werden. Das gerade dies dem Sinn des Absatzes „Es reicht“ widerspricht, fällt sicherlich nicht auf.

    • soulless 14:26 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      ++

      Sehr gerne würde ich wieder für die Piraten Werbung machen und genau wissen was ich wählen will …. aus Überzeugung wählen will.
      Bei dem aktuellen Bild das die Lautschreier vermitteln ist mir das leider unmöglich.

      Viel Glück und ich hoffe es finden sich bei den Piraten viele die so denken!

    • Michael Renner 14:50 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Danke für diesen Text, der genau das beschreibt, was ich seit einiger Zeit bei uns Piraten beobachte. Den Umbau der einstigen Bürgerrechtspartei zu den ‚kleinen Linken‘. Eine Partei, in der linke Lautsprecher inzwischen Internetzensur fordern – im Kampf gegen die extreme Rechte. Eine Partei, in der eine 66% Mehrheit das BGE will, aber jene zu Feinden erklärt, die (noch) Geld verdienen und dieses auch versteuern. Die Internetabstimmungen mit Delegationen fordern und unsere Parteitage als ‚undemokratisch‘ brandmarken.

      Für jemanden, der seit 2009 an Infoständen für Meinungsfreiheit und gegen Sperren eintritt, der für faire Löhne statt Abhängigkeiten vom Staat argumentierte, der die Manipulierbarkeit von Wahlcomputern anprangerte und stolz war, dass es es bei uns keine Delegierten gibt, ist diese Partei kaum wieder zu erkennen.

    • Susanne Bischoff 15:17 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Der Artikel ist sehr gut, und es ist die Wahrheit.
      Auch ich werde die Konsequenzen ziehen und auf weiteres in meinem Umfeld keine Stammtische mehr besuchen, da dies absolute Zeitverschwendung ist, und ich auch nicht mehr bereit bin, falls ich versuche über Inhalte zu diskutieren, jedesmal von genau diesen Brüllern niedergemacht werde, und mich ständig gegen erfundene Stellungsnahmen meinerseitz rechtfertigen muß.
      Ich werde in Zukunpft nur noch mit den Piraten kommunizieren, mit denen ich auf Augenhöhe diskutieren kann.
      Gott sei Dank gibt es viele von denen, und nur diese Leute können es schaffen, der Partei den Einzug in den Bundestag zu ermöglichen.
      Ich kann nur jedem vernünftigen Piraten ein verdammt dickes Fell wünschen , sich nur nach Oben und nicht nach Unten zu orientieren und zu lernen, die Brüller zu ignorieren und stark zu bleiben.

      LG Moddestyblaise

    • Simon Lange 15:20 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Rundum /signed

    • Umrath 15:31 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Danke für diesen Beitrag, volle Zustimmung von meiner Seite.

    • Roland 15:34 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Schön geschrieben, aber 2 Jahre zu spät:

      Ihr Bayern seid in der Minderheit und Ihr, die überlegt und substanzhaltig vorgehen wollt, auch im LV Bayern in der Minderheit. Weiterhin habt ihr, trotz eurer Motivation und menschlichen Sympathie auf Bundesebene nicht die Eier gehabt, eine klare Kante zu geben. Bei dem Ge-shitstorme und Mobbing sicherlich nachvollziehbar, aber so ist es eben. Keiner hat es geschafft, das Stimmpotential des LV zu mobilisieren um die Interessen auf Bundesebene zu vertreten. Weder 2009 noch 2012.

      Vielleicht haben wir uns aber auch wirklich alle geirrt in der Tatsache anzunehmen, dass man schnell und einfach Dinge ändern kann. Vielleicht sind einige Dinge auf den ersten Blick vollkommen hirnrissig, aber je weiter man hineinschaut und analysiert vielleicht doch logisch. Nicht optimal, nicht liberal, nicht weltoffen, nicht innovativ — aber auf Basis eines Konsens zustandegekommen, welcher von der Mehrheit der Bürger (stillschweigend) getragen wird.

      Ob Hartz4 oder Stuttgart21 — Die Mehrheit will das so. Die von Dir angesprochenen Radikalen werden auch nicht gewinnen, genau so wenig wie die „Opferrollen“-Spieler in besagten Gruppen hier etwas bewirken können.

      Aber es hat eben schon was, eine große Zahl von Leuten hinter sich zu haben, die einen als Robin Hood würdigen auch wenn man regelmäßig mit leeren Händen ankommt. Dem Bürger klarzumachen, warum die Hartz-Reformen notwendig waren und man hier bestenfalls eine Anpassung von Bemessungsgrundlagen/Sätzen vornehmen kann, aber niemals ein BGE oä realisieren wird können, will natürlich niemand hören…

      • Michael Renner 17:04 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        > Die von Dir angesprochenen Radikalen werden auch nicht gewinnen

        sie konnten bei der DKP, bei der MLPD, bei der PDS und auch bei der vereinigten Linken politisch nichts reissen. Sie werden es auch bei den Piraten nicht schaffen dem Wähler ihre Visionen schmackhaft zu machen.
        Schade nur, dass die Piratenpartei und ihre liberalen Ziele unter solchen Phantasten leidet. Hier in Bayern wittert die CSU schon Morgenluft und fordert seit neustem wieder munter den Ausbau der Überwachung. Widerspruch ist von dieser Piratenpartei ja derzeit nicht zu befürchten.

        • Roland 02:02 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

          Die ursprünglichen Ziele der Piratenpartei, also imho einen liberalen Staat zu schaffen, Informationen und Datenzugang für jeden frei verfügbar zu machen und zu halten(!), sowie Entscheidungsgrundlagen transparent zu machen sind in der Piratenpartei heute schlicht nicht mehr mehrheitsfähig.

          Ich sehe in einzelnen NGOs mehr motivierte und rational agierende Menschen, die für Ziele eintreten die ich teile. Z.b. die Open Knowledge Foundation (OFKN), Digital Courage/FoeBuD, DigiGes, Netzpolitik.org, den CCC und evtl. der Humanistischen Union.

          Es war rückblickend falsch, die Themen als „Partei“ bearbeiten zu wollen, weil so unweigerlich ein parteiübergreifender, inhaltlicher Konsens erschwert wurde, was man beim AKV gesehen hat. Insbesondere nach der Fehlentscheidung, sich unbedingt ein „Vollprogramm“ verpassen zu müssen.

          Die transparente und von jedem mit ein paar Leuten „veränderbare“ Richtung der Partei war auch eine Schwäche und konnte so in verscheidenen Verbänden von einigen Wenigen genutzt werden sich auch inhaltlich zu manifestieren. Streng genommen ist das jedoch demokratisch, wer nicht wählt, stimmt insgeheim zu.

          Liquid Feedback musste entstehen, weil es keine Delegiertenordnung gab und auch ehemalige LV-Bayern-Vorstände gegen ein Delegiertensystem waren. Wer macht, der bleibt.

          Ich habe einen Job, ich habe ein Leben. Für mich kam nicht in Frage 100% meines Privatlebens zu investieren. Viel zu viel Freizeit habe ich in 2012 investiert in Technikprojekte, Strippenziehen und den Versuch Leute zu motivieren tätig zu werden.
          Das hat nicht funktioniert. Mittlerweile hat auch der LV Bayern viele Dinge beschlossen, die ich inhaltlich nicht mehr teile, z.B. gegen die 2. Stammstrecke / den 2. Tunnel zu sein.

          Deshalb bin ich auch ausgetreten.

          Wie geht es weiter? Die „Radikalen“ werden nicht liefern können, aber sie brauchen das auch nicht. Sie arbeiten auf einer Ebene, wo es nur Feinde gibt. Das ist wie in einer Sekte oder einer Verschwörungstheorie: Alle haben was gegen uns, wollen uns vernichten, … deshalb müssen wir dagegen kämpfen!

          Mit dieser „Legitimation“ gelingt es diversen Gruppen aus allen Bereichen zumindest einen ansehnlichen Teil ihrer Gefolgschaft auf Kurs zu halten. Möglicherweise ausreichend viele um „high“ zu bleiben und sich selbst als „Freiheitskämpfer/Märtyrer gegen das Verbrechen“ zu sehen, wie es manche in Berlin offenbar tun. Die Partei ist zwar im Arsch, aber das liegt ja den Kapitalisten/Neoliberalen/Steinbrück/insert_your_Sündenbock

          Richtig schlimm finde ich, wie so viele normale, fähige, sympatische Leute verheizt wurden und werden. Ich hoffe, dass diese keine bleibenden pysch. Schäden davon zurückbehalten und über die „Abenteuer“ bei der Piratenpartei später irgendwie noch lachen werden können.

          Politische Arbeit ist nicht alles.

    • Thomas 15:40 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Das ist der Grund warum ich mittlerweile auch die Piraten nicht mehr wählen mag. Eine Besinnung auf eure ursprünglichen Kerninhalte als liberale Partei würde euch sehr gut stehen.

    • Ultrakonservativer marktradikaler Neoliberaler 15:49 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      „Es geht darum, alles ihren ideologischen Schemata anzupassen. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Wenn nötig, mittels Gewalt und Aggression. Viele […] trauen sich nicht mehr, sachorientiert aktiv zu sein, weil sie mittlerweile das eine Mal zu oft von den […] niedergeschrien, niedergemacht, verletzt wurden.“

      vs.

      „Und wer mir hier mit der FDP kommt, den lache ich herzlich aus. Die FDP ist eine ultrakonservative, marktradikale Partei, fest verankert im neoliberalen Glauben.“

      Kritiker/Elche. Cheerio.

    • Jo Menschenfreund 16:06 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo Aleks, es gibt Politikfelder, da widerspreche ich dir. Aber mit Respekt. Weil ich weiß, dass du überzeugt davon bist, das richtige für die Menschen zu tun. Ich glaube z.B., dass die Arbeit einer Altenpflegerin in der Demenz-Abteilung höhere Anforderungen stellt und schwerer zu bewältigen ist, als die Arbeit eines Kreissparkassendirektors einer Kleinstadt. Trotzdem sind die Einkommenverhältnisse diametral entgegen gesetzt. Was dazu führt, dass beide ungleiche Chancen haben. Freiheit und Liberalität macht aber ohne Chancengleichheit keinen Sinn. Denn dann ist es nur die Freiheit für einige wenige Glückliche. Deshalb bin ich für eine progressive Besteuerung und eine Erhöhung der Einkommen in den unteren Bereichen der Einkommensskala. Über Vor- und Nachteile, Steuerflucht und Neiddebatte reden wir ein anderes Mal, wie vernünftige Menschen. Was ich sagen will ist, dass LINKSSEIN automatisch auch bedeutet LIBERAL zu sein. Nämlich liberal im ursprünglichsten Sinn. Jeder erhält die gleichen Chancen entsprechend seiner Fähigkeiten, Möglichkeiten und Anlagen. Und deshalb stimme ich NICHT mit dir überein, dass die Freiheit Jenseits von … links beginnt. Sondern Freiheit BEGINNT LINKS.

      Natürlich ist LINKS nicht = LINKS, so wie LIBERAL nicht = LIBERAL ist. Und ich stimme dir zu, dass sowohl gewisse anarchistische als auch absolutistische so genannte linke Modelle überhaupt nicht mit dem klassischen Freiheitsbegriff in Einklang zu bringen sind. Dazu gehört zuallererst die „MANIPULATION“ die das Gegenteil von Freiheit bedeutet. Und in zweiter Linie die „ZENSUR“ die davon ausgeht, dass Menschen unmündig, und einen großen Onkel brauchen, der ihnen nur die „richtigen“ Dinge erlaubt zu lesen. Also gibt es auch Fälle, in denen ich durchaus deiner Meinung bin.

      Dann gibt es aber einen Bereich, der nicht klar ist. Du sagst: „Wir müssen wieder eine vernunftorientierte Alternative werden, denn sonst braucht dieses Land uns Piraten nicht.“ Du sagst dies, als ob du der Meinung bist, dass die Partei eine reine Realpolitik betreiben müsse. Und da bin ich wieder vollkommen anderer Meinung. Und das werde ich in der nächsten Woche in einem Artikel ausführlich begründen. Die Menschen wollen nicht eine sozialere FDP oder eine SPD wie vor Agenda2000 oder eine CDU mit Internetanschluss. Die Menschen wollen Visionen und neue Lösungsansätze für die zwei großen politischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Wenn wir die nicht auf dem nächsten Wahlparteitag beschließen, werden wir NICHT über die 5% Grenze kommen. Denn unser Hoch (vom letzten bzw. vorletzten Jahr) begründete sich auf der Annahme der Wähler, dass wir NEU, UNVERBRAUCHT und VISIONÄR wären.

      Ansonsten hoffe ich, dass du weiter deine Meinung sagst, auch wenn sie mir manchmal nicht passen sollte. Weil ich das besser finde als … na du weißt schon.

      • admin 16:50 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        Alter, ist das ein langer Kommentar… 🙂

        >Hallo Aleks, es gibt Politikfelder, da widerspreche ich dir. Aber mit Respekt.

        So sollte es sein. Widerspruch führt dazu, dass ich meine Position überdenke, präzisiere, gfls ändere. Allein das ist schon viel Wert.

        >Freiheit und Liberalität macht aber ohne Chancengleichheit keinen Sinn.

        Dafür wirst du von mir keinen Widerspruch ernten. Ganz im Gegenteil.

        >dass LINKSSEIN automatisch auch bedeutet LIBERAL zu sein. Nämlich liberal im ursprünglichsten Sinn.

        Ich gehe davon aus, dass du und ich andere Bedeutungen von Links haben. In meiner semantischen Welt ist Liberal genau nicht links. Nicht sozialistisch, nicht kommunistisch. Höchstens in Teilen anarchistisch. Inwiefern Anarchismus links ist, da kann man einen langen Abend lang diskutieren.

        >Jeder erhält die gleichen Chancen entsprechend seiner Fähigkeiten, Möglichkeiten und Anlagen.

        DAS ist meines Erachtens die sozialliberale Sicht der Dinge. Linke Denke will dann die Produktionsmittel nationalisieren, die Menschen kollektivieren. Maoistisch (und bewusst überspitzt) gedacht sie alle in der selben grauen Kleidung kleiden.

        >Dann gibt es aber einen Bereich, der nicht klar ist. Du sagst: „Wir müssen wieder eine
        >vernunftorientierte Alternative werden, denn sonst braucht dieses Land uns Piraten nicht.“ Du sagst
        >dies, als ob du der Meinung bist, dass die Partei eine reine Realpolitik betreiben müsse.

        Vernunftorientierte Sachpolitik muss nicht in sog. Realpolitik münden. Wir Piraten haben Ziele, und der Eine oder Andere auch eine Utopie, die er/sie anstrebt. Das ist gut so.

        Ideologiegetriebene Politik ist immer wieder an die „Anthropologischen Konstanten“ gescheitert. Sie geht in ihrer ideologischen Basis davon aus, dass Menschen „so“ oder „so anders“ sein sollen oder müssen und sich zuerst ändern müssen. Also werden die Menschen dahin getrieben, sich der Ideologie anzupassen.

        Menschen können sich ändern. (Wie George Takei so richtig sagt: „Als ich ein Kind war, war eine Ehe zwischen Menschen unterschiedlicher Rassen undenkbar. Heute bin ich als asiatischer Mann mit einen weißen Mann verheiratet!“) Aber das geht mit Bildung, mit stetigem Tropfen. Nicht mit Aggressivität und Indoktrination.

        >Agenda2000 oder eine CDU mit Internetanschluss. Die Menschen wollen Visionen und neue Lösungsansätze

        Nach meinem Dafürhalten (siehe oben) schließen sich Visionen (als Ziel) und Vernunft orientierte Politik (als Weg) keineswegs aus. Ganz im Gegenteil. Ohne ein Ziel brauchen wir den Weg gar nicht zu gehen.

        >Ansonsten hoffe ich, dass du weiter deine Meinung sagst, auch wenn sie mir manchmal nicht passen
        >sollte. Weil ich das besser finde als … na du weißt schon.

        Danke für ein positives Beispiel, wie der Diskurs stattfinden sollte.

        Aleks

    • Flowerpirat 16:13 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo Aleks, bis auf deine Meinung zur FDP kann ich dir nur zustimmen. Aber das ist auch irgendwie zu erwarten gewesen in einer heterogenen Partei mit Defiziten in der innerparteilichen Meinungs- Gestaltungs- und Mitbestimmungspolitik. Daher sehe ich (als Nicht-Mitglied bzw. Ex-Mitglied der u.A. aus den von dir genannten Gründen ausgetreten ist) auch eher die Zielsetzung, hin zu einer partizipatorischen Demokratie. Themen statt Köpfe, aber erarbeitet durch Köpfe. Und zwar so viele wie möglich, nämlich die Bürger in diesem Land. Die Schaffung von Transparenz zur Befähigung zur Mitgestaltung und Mitbestimmung aller Bürger insbesondere auf kommunaler Ebene sehe ich als Vorraussetzung einer freiheitlichen und verantwortungsbewussten Politikgestaltung im Deutschland des 21.Jahrhunderts. Das Update der Demokratie wie es mal vor ein, zwei jahren Tenor und breiter Konsens in der PP war, ist immer noch die Erwartung der Bürger (und Wähler) an die Piratenpartei. Es ist noch nichts verloren. Radikalität mit dieser Zielsetzung in Verbindung bringen? Aber ja doch! Und btw: eine innerparteiliche Basisdemokratie im Sinne von Dezentralisierung der Beteiligung und Mitbestimmung hätte hier sicherlich einiges abdämpfen können von dem, was du so trefflich vorgebracht hast. Eine durchschnittliche Quote von 5% auf Parteitagen ist meiner Meinung nach auch einer der Gründe die zum jetzigen Zustand geführt haben. Ich hoffe, daß es mehr solche Menschen wie dich gibt und geben wird, die hier mal den Mund aufmachen! Danke.

    • Alex 16:20 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Es ist schon reichlich absurd, die Tea Party als Beleg für angebliche Defizite von Linken heranzuziehen. Die Tea Party vertritt im übrigen ein ähnlich individualistisches und vorgeblich „freiheitliches“ Weltbild wie du.

      Wir brauchen auch keinen weiteren in Richtung Liberalismus gewendeten Ex-Marxisten, der andere über Ideologie belehren will, davon gibt es im Bundestag schon genug.

      Ach, und ausgerechnet Simon Lange, der primär durch übelste Pöbeleien und Beleidigungen auffällt, unterschreibt diesen Text. Naja.

    • Slash 16:32 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Reden, Reden, Reden, Formal-Foo, Formal-Foo, nur nicht machen.
      Was schon von der ersten Stunde der Piratenpartei galt, gilt auch heute noch:
      Die Piratenpartei ist das, was du draus machst.
      Dir kommt die liberale, sachliche, Kernthemen-orientierte Ausrichtung zu kurz ?
      Toll – mir auch, übrigens – du hast den Job !
      Du hast viel zu tun, denn dass die PIRATEN dahingehend eingeschlafen sind, haben nicht nur wir gemerkt, sondern jetzt sogar schon die GRÜNEN, die hieraufhin ihre Chance für einen schmerzlichen Angriff wittern und in diesem Rahmen den Themenkomplex Vorratsdatenspeicherung, Datenschutz und Bürgerrechte im Bundestagswahlkampf 2013 aufgreifen wollen – http://www.gulli.com/news/20616-gruene-machen-vorratsdatenspeicherung-zum-wahlkampfthema-2013-01-08 . Das ist aber noch nicht alles, denn gleichzeitig finden gerade 2 EU-Umfragen grundsätzlich zum Thema Immaterialgüterrechte und ganz konkret zu IPRED statt, die so gut wie niemand bemerkt und die von ihrer formalen Ausgestaltung her Fakten für eine Verschärfung der Immaterialgüterrechte schaffen sollen; glücklicherweise hat sich in der Piratenpartei eine Gruppe formiert, die koordiniert mit einer Kampagne dagegen hält, die sich gerade im Aufbau befindet – https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=267238 ; über personelle Unterstützung würde diese Gruppe sich sehr freuen.
      Du siehst also: Es ist verdammt viel für uns PIRATEN zu tun und deshalb ist die Zeit des Redens, des Formal-Foos und des Streitens vorbei; die können wir uns nämlich nicht mehr leisten.
      Ich bin gespannt zu sehen, wie du dich tatkräftig und konstruktiv im Hochhalten unseres Kerns einbringst.

      • admin 17:04 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        Lieber „Slash“,

        ich habe die letzten 2,5 Jahren damit verbracht, so gut wie jedes Wochenende (und teilweise Wochentage und Nächte) für die Piraten unterwegs zu sein. Ich habe die Pressearbeit im Bund und in Bayern aufgebaut (natürlich nicht alleine, aber zusammen mit anderen maßgeblich). Ich war zwei Jahre lang politischer Geschäftsführer der Piraten in Bayern. Ein Jahr Stellvertretender Pressesprecher im Bund. Ich bin Direktkandidat der Piratenpartei gegen Dobrindt.

        Ich habe auch viel Geld verzichtet, habe viel Geld gespendet, habe viel Zeit und Energie eingebracht. Jetzt ist für mich jedoch die Zeit gekommen, meine persönliche und finanzielle Situation wieder ins Lot zu bringen.

        Zu implizieren, ich hätte nicht genug gemacht, ist verletzend.
        Aleks

        • Slash 17:21 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

          Tut mir leid; das war nicht meine Absicht. Zudem hast du mich missverstanden:
          Ich sagte nicht, dass du zu wenig machst, ich sagte, dass es jetzt besseres für die Piratenpartei gibt, als sich noch immer mit sich selbst zu beschäftigen.

          • admin 17:56 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

            Danke.

            Ich verstehe ja deine Abscheu gegenüber der Nabelschau. Teile sie sogar bis zu einem gewissen Grad. Aber diesen Text musste ich mir endlich aus der Seele schreiben. Und habe anscheinend nicht alleine diese Gefühle.

            Schönen Gruß
            Aleks

      • Michael Renner 17:12 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        In der Flaschenpost gab es einen ausführlichen Artikel [1] zum Thema „EU-Umfrage“.

        [1] http://flaschenpost.piratenpartei.de/2013/01/07/acta-ist-tot-der-geist-von-acta-lebt-weiter/

    • Bernd 17:28 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hallo,

      Deine Ausführungen zu „Radikalität“ und Aggression teile ich weitgehend. Die Ursache dieser Radikalität scheint mir häufig allerdings weniger ideologisch motiviert zu sein sondern mehr das Ergebnis einer optimierungsfähig gebliebenen Erziehung.

      Höflichkeit und Respekt vor der Meinung anderer sind eben nicht erblich. Genausowenig wie differenzierte Betrachtungsweisen. Wenn ich hier also lese, dass „wir“ keine „in Richtung Liberalismus gewendeten Ex-Marxisten“ brauchen (wer ist eigentlich „wir“?), dann könnte ich es mir einfach machen und feststellen, dass „wir“ auch keine zum Sozialismus gewendeten ehemaligen bild.de-Mitarbeiter brauchen. Das wäre ebenso pauschalierend wie hinterhältig. So simpel sind die Dinge aber nicht zu klären.

      Geklärt werden müssen sie aber. Der 13%-Hype hatte Gründe. Das waren Vorschussloorbeeren auf die Hoffnung einer politischen Bewegung, die sich von ideologischen Beschränktheiten befreit und sachorientiert Politik vorantreibt. Das waren sicher auch Viele, die zwischen Wirtschafts- und Staatsliberalismus differenzieren können und jeden falls zweiteren wollen. Und das waren die, die schlicht eine reine Köpfe-/Partei-/Richtungs- Politik leid sind (dass daraus später das Motto „Themen statt Köpfe“ geschmiedet wurde, ist eher ein bedauerliches Missverständnis).

      Und genau die Befassung mit diesen Hoffnungen, die ich teile, müssen wir wieder nach Außen transportieren. Stattdessen geht der sprachlich agressive interne Streit weiter und signalisiert: Die Piraten sind auch nicht anders als alle anderen.
      Doch, sind wir.
      Wir müssen es nur zeigen (wollen). Dazu gehört aber eben auch, Menschen nicht zu diffamieren. Und dazu gehören eher nicht Menschen, die das nicht kapieren möchten. Und zwar ungeachtet der Frage, welcher „Ideologie“ sie zuneigen.

      Ich bin mir fast sicher, dass Du als jemand, der – wie ich lese – das „freiheitliche“ Weltbild der Tea-Party-Bewegung teilen soll, mich verstehst. 😉

      Gute Zeit

      • admin 17:52 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        >Deine Ausführungen zu “Radikalität” und Aggression teile ich weitgehend. Die Ursache dieser Radikalität
        >scheint mir häufig allerdings weniger ideologisch motiviert zu sein sondern mehr das Ergebnis einer

        Nur kommen die meisten Beispiele, von denen ich höre, eben von der Seite.

        >Ich bin mir fast sicher, dass Du als jemand, der – wie ich lese – das “freiheitliche” Weltbild der
        >Tea-Party-Bewegung teilen soll, mich verstehst. 😉

        Gut, dass der Smilie da war. Ich bin nämlich so weit entfernt von der Tea Party wie der Papst vom Marxismus.

        Schönen Gruß
        Aleks

        • Bernd 17:56 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

          Letzteres ist mir bewusst…

        • Bernd 17:59 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

          ..und ersteres kommentier ich mal lieber nicht

          • admin 18:01 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

            Wenn du Beispiele für das Gegenteil hast bin ich sehr gerne bereit, sie einzubringen. Piraten müssen endlich kapieren, dass Aggression nicht Mittel des politischen Diskurses sein darf.

            Vielen Dank im voraus
            Aleks

            • Bernd 18:43 am 9. Januar 2013 permalink

              Ich hab mich zu unklar ausgedrückt. Ich geb Dir darin recht, dass die Verbalvandalen weit überwiegend „links“ zu stehen scheinen. Vielleicht entsteht dieser Eindruck aber auch, weil „rechte“ Radikalinskis bei den Piraten (hoffentlich) Randerscheinungen (geworden) sind. Wie dem auch sei, die übertrieben nach außen sichtbare Polarisierung ist objektiv schädlich für Wahlerfolge. Außerdem stehen die Form der Auseinandersetzung und Inhalt der vertetenen Ideologie oft in einem gewissen Zusammenhang. Jedenfalls, wenn die Form agressiv ist. Das Menschenfreundliche ist wohl nie laut. Und das zumindest spüren die meisten Menschen intuitiv. Aber wie willst Du die Latsprecher ändern? Für erzieherische Maßnahmen ist es zu spät, da kann Johannes Ponader so oft appellieren, wie er mag. Rausschmeißen geht auch nicht. Vielleicht müssen wir uns erst intern klar werden, wer die Piraten sein werden, sein wollen. Vielleicht ist das ein – allerdings nötiger – Klärungsprozess, der doch länger in Anspruch nimmt, als gedacht? Flügelbildung ist nichts per se Schädliches für eine Partei. Aber sie braucht eben Zeit und kostet Kraft. Bei aller Vorsicht: Bei den Grünen hat das auch Jahre gedauert, bis sie ihr Spektrum halbwegs klar nach außen darstellen konnten. Vielleicht ist es für den Bundestag einfach noch zu früh?

              Nur so ein paar Gedanken, die mir grad kamen…

    • soulless 20:08 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      @bernd
      was ich, als aussenstender, interessierter Beobachter denke ist das es gar nicht so sehr um links und rechts geht.
      Irgendwo habe ich mal gelesen das sich wohl die meisten Piraten hier
      http://www.politicalcompass.org/
      links einordnen.
      Von dem her kann man sagen das die Piraten links sind.
      Wenn ich das aber richtig sehe ordnen sich die meisten Piraten auch libertär ein. Also links-libertär.
      Das, was man aber von den Lautschreiern zu hören bekommt macht eher den Eindruck links-autoritär.
      Schnelles Etiketten verteilen, „Mit Dir rede ich nicht“, zum Spamblocken aufrufen, von Twitter „Haltung“ verlangen …. nur keine andere Meinung zulassen, keinen Fussbreit.
      Da bekommt man Angst das es Umerziehungslager gibt um alle auf Linie zu trimmen wenn manche Menschen Macht bekommen.

      Sich klar zu positionieren und zu sagen „Wir sind gegen jede Form der Ausgrenzung und Relativierung der Holocaustleugung“ war absolut notwendig und ist auch gut angekommen.
      Wie wäre es mit einer weiteren klaren Positionierung a la „Wir sind gegen jede Einschränkung der Meinungsfreiheit“?

      • admin 11:50 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

        Im übrigen war ich der Initiator des Holocaust Papieres und einer der fünf Piraten, die an der Aussage gearbeitet haben. Ich war es auch, der den Antrag stellte.

        Man kann Kante zeigen gegen Rechts, ohne zu pöbeln.
        Aleks

        • soulless 14:18 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

          Wer das war ist ja an sich egal. Aber schön und löblich 🙂
          Es geht eben um genau das. Sich klar Positionieren ohne in Pöbelei zu verfallen.

          Wie würde wohl aktuell ein Meinungsbild ausgehen a la:

          Die Piratenpartei positioniert sich klar gegen jede Einschränkung der Meinungsfreiheit mittels Zensur oder dem Löschen von Meinungen durch Staatsorgane oder Netzbetreiber. Davon unbeeinflusst bleibt die Verfolgung von Straftaten wie der Dokumentation von Gewaltverbrechen an Kindern (aka Kipo), Beleidigung, Voksverhetzung und, Aufgrund unserer Geschichte, der Leugung des Holocaust durch eine unabhängige Justiz.

          und was hätte eine hohe Zustimmung für Folgen?
          Nur so ein Gedanke.
          Klares Bekenntnis zu Meinungsfreiheit, Netzneutralität und Gewaltenteilung.

    • Elle Nerdinger 20:47 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Lieber Aleks,

      es wäre schön wenn weniger schwarz/weiss sich durch Deine Argumentationen ziehen würde. Genauso rate ich dazu die Vokabel „Absolutismus“ gegen ein anderes Wort auszutauschen. Der Absolutismus ist ein historischer Begriff der nicht anders gedeutet werden kann. Er wirkt sehr strange in Deinem Artikel. Denn wo ist die Bestrebung für eine absolutistische Monarchie a la Louis Quatorze in der Piratenpartei?

      Die Kunst liegt vielmehr darin sich im stillen Kämmerlein der eigenen Blase sich ob übertriebener Ideologiebauten bei den Piraten aufzuregen und dann mittels diplomatischen Handels und des miteinander Redens – auf Augenhöhe mit sich gegenseitig ernst nehmen – zusammen auseinanderzusetzen. Es klingt zwar reichlich nach betulicher Tante aber manchmal haben betuliche Tanten den richtigen Riecher.

      Grüße

      Tante Elfriede Nerdinger

    • Bernd 21:02 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Wenn Du meine kl. Anmerkungen liest, siehst Du mglw., dass ich mit den politischen Schubladen auch eher vorsichtig bin. Was diesen merkwürdigen Test zur Selbsteinschätzung angeht, konnte ich feststellen, dass ich nach Meinung der Erfinder auch links-libertär bin. Danach würde wahrscheinlich selbst Friedrich der Große als Linker reüssieren. Ich geb Dir aber Recht, dass es einige gibt, die ein fast leninistisches Verhältnis zur „Wahrheit“ (ihrer Wahrheit) pflegen. Ich nehme das nur insofern ernst, als es den Wunsch oder besser das dringende Bedürfnis nach Meinungsführerschaft (pardon) demonstriert.
      Hinsichtlich bestimmter Ansichten ist das allerdings angebracht. Kein Fussbreit den Braunen.

      Im Übrigen sehe ich keine Einschränkung der Meinungsfreiheit bei den Piraten. Ich sehe nur einen allerdings überbordenen Meinungskampf. Das muss in vernünftige, sachliche Bahnen.

      • soulless 21:42 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

        Habe ich schon mitbekommen und ich halte von solchen Tests auch nicht so arg sehr viel. Wenn ich mir aber das hier anschaue scheint es bei Deiner Aussage ja einige bei den Piraten zu geben die bei dem Test so abschneiden das sie Friedrich den Grossen weit in den Schatten stellen 😉
        Mir ging es um das Autoritär vs libertär.
        Was Deine Aussage keinen Fussbreit den Braunen angeht gebe ich Dir grundsätzlich auch absolut recht.
        Es geht dabei aber auch um Methoden. Der Zweck heiligt die Mittel halte ich in der Politik für absolut unrichtig.

        Wenn ich mir anschaue das ein Abgeordneter aus NRW für eine absolut dumme Gleichstellung zwischen jüdischem Friedhof und israelischer Politik einen Shitstorm auch aus den obersten Reihen kassiert inkl. Aussagen über die Presse, ein Mitglied des AGH Berlin aber regelmässig zu Spamblock aufruft und ein Mitarbeiter von dort einen Artikel schreibt in dem er einen Netzbetreiber (Twitter) dazu aufruft ohne Justiz zu entscheiden was an Meinungen zu löschen ist ohne das ausser einem Grummeln in der Basis viel passiert verweise ich einfach auf Aussenwirkung und Köpfe und Themen.
        Vor Neumünster sah ich auch keine rechte Politik bei den Piraten. Nur ein paar Idioten die das Aussenbild bestimmten.

        • StarFire 09:26 am 14. Januar 2013 permalink | Antwort

          Die links-libertären kooperieren lieber, die rechts-libertären setzen auf gesunde Konkurrenz, während links- und rechts-autoritäre Gruppierungen auf Kollektivismus und Gleichschaltung setzen.

          Frage ist, wie können wir ein Gegengewicht zu den Krakeelern bilden, ohne diesen Leuten den Mund und die Finger mit Sekundenkleber zu fixieren? Mir gefällt der Gedanke eigentlich nicht, aber ich fürchte, wir müssen solchen Leuten gegenüber autoritär werden, weil sie genau für das stehen, was die Piratenpartei eben nicht will. ^_^

    • Frankophon 21:07 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Habe gerne mitgemacht, war die schönste Zeit ever, aber ich verstehe auch, dass Piraten inzwischen als unwählbar gelten.

      Dein Text ist eine Verzweiflungsgeste, nach einer sehr langen Phase des „Nicht-wahrhaben-wollens“. Mal guggn wie der nächste Teil aussieht und ob sich dann der zweite Teil der Trauer offenbart: die Wut. Aber das ist gut. Die Piraten werden als Bewegung fortbestehen. In anderer Form. Missgestaltet. Dafür werden die Medien schon sorgen. So eine Drohung vor den Parlamenten zu haben ist immer praktisch.

      Mir ging leider auch zu spät ein Licht auf. Diese Worthülse von der „Mitmachpartei“ ist lächerlich, solange ihr eure Kommunikation nicht geregelt kriegt (bin da leider mit Hinweisen nicht auf Bereitschaft gestoßen). Aber es war bequem, weil es euch, von den Medien begeistert verbreitet, von dem Ein-Themen-Stempel befreite. In „Mitmachpartei“ steckt „Themenvielfalt“ drin – irgendwie – aber es ist nur ein dummer Pleonasmus. Alle Parteien in Dtl sind für alle offen – und eine Internetpartei ist nicht automatisch eine Ein-Themen-Partei. Aber das haben wir nicht gemerkt oder es hat sich nicht rumgesprochen. Dieser „Mitmach“-Stempel verhindert leider, dass ihr die negativen Effekte in den Griff kriegt, die seit Jahrzehnten in der Massenkommunikation bekannt sind und die Du kritisierst. Außerdem verhindert es den effektiven Schutz einzelner Mitglieder vor lauten Arschlöchern. Von der physischen und psychischen Belastung für die Mitglieder ganz zu schweigen, weil sich daraus im Extremfall (und von den Medien gern genommen – genau wie „Transparenz“) eine Inklusionspflicht ableiten lässt – aber keine Integrationspflicht.

      Wünsch euch viel Glück.

    • Michael Ickes 21:15 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Klar sind wir radikal. Radikal individualistisch. Der Schwarm ist ein offenes, generisches Kollektiv mit situativen Clustern. Im übrigen ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem.

    • Status Quo 22:31 am 9. Januar 2013 permalink | Antwort

      Sehr geehrter Herr Lessmann,

      wenn Sie weiterhin meine Existenz bewahren wollen, dann machen Sie genau so weiter.

      Vielen Dank im voraus und ich verbleibe mit aufrichtigem Dank

      Status Quo

      • admin 11:53 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

        Danke Status Quo Anonymous.

        Das sind genau die Methoden, die ich im Blogpost erwähne. Wie jemand auf Twitter sagte, ist das Problem vielleicht weniger die Ideologie als dogmatische Positionen und die Methoden, sie durchzudrücken, wie du sie klar zur Schau stellst.

        Also, dir vielen Dank für ein tolles Beispiel. Wirst dich im zweiten Teil wieder finden.

    • Edmund Piper 04:02 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

      Im Grundsatz Zustimmung von meiner Seite.

      Eigentlich bräuchte ich nach dem Kommentar von Jo Menschenfreund nichts mehr zu schreiben.
      Denn dort ist m.E. alles Westentliche gesagt.

      Als persönlicher Eindruck sei noch hinzugefügt:
      Mich stimmt in diesem Zusammenhang bedenklich, dass Tonangebende Berliner Piraten bestrebt sind, mittels der Durchsetzung eines Klarnamenszwangs für das LQFB und Aufrechterhaltung der Superdeligierten im LQFB eine Struktur zu bauen, die ich in vielerlei hinsicht als ‚unfrei‘ empfinde. Und, als würde dies noch nicht reichen, scheint es zudem darum zu gehen, erwähnte statische Struktur auf die in Berlin favorisierte Idee der ’stetigen online Parteitage‘ zu übertragen. Hier ist m.E. allerhöchste Aufmerksamkeit geboten, bevor die Piratenpartei zu einer von wenigen dominierten Überwachungspartei mutiert.

    • Dragon 07:04 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

      Hi,

      ich bin weder links noch rechts und mit (Ge)flügel hab ich auch nix am Hut.

      Das Wertedreieck hier finde ich nach wie vor gut:
      http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Dragon#Werte-Dreieck

      😉

      Beste Grüße

    • akbwl 23:05 am 10. Januar 2013 permalink | Antwort

      Es ist falsch, dass die Piraten im Würgegriff der Radikalen sind. Wieso ? Weil der Denkansatz, die Piraten waren eine liberale, freiheitliebende Partei der Falsche ist. Eine Partei hat von sich aus kein Wesen. Das Wesen wird durch die Mitglieder bestimmt. Und wenn der ursprüngliche Kern es zulässt, offen für jeden zu sein, muss er auch mit neuen Meinungen und Strömungen umgehen können. Und auch akzeptieren, dass die Strömung von vielen mitgetragen wird, bzw. die Partei für Freunde dieser Strömung attraktiv wird, diese ebenfalls mitmachen und sich der Trend und die Mitgliederzahl in diese Richtung verschiebt (Ein radikales Beispiel war von ca. 15 Jahren die FDP.Vor Möllemanns Projekt 18 gab es den Versuch von Studenten, durch Massenhaften Beitritt das Gesicht der FDP radikal zu verändern. Die „alten“ Parteimitglieder haben es damals verhindert, um das Profil nicht zu verlieren).
      Und wenn man den „Radikalen“ vorwirft, keine vernüftigen Lösungen zu wollen, sondern Ihre Ideologie durchsetzen zu wollen: Das ist ein seltsames Demokrativerständnis innerhalb der Piraten: Erstens können die „Radikalen“ genau diametral argumentieren, dass die „alten Hasen“ nur ihre Ideologie durchsetzen wollen, und zweitens kommen die Radikalen Vorschläge nur durch Mehrheiten zum Zuge ( Übrigens kann man Sachpolitik nur aufgrund einer „Ideologie“ betreiben, man muss schließlich wissen, welches Ziel man erreichen will )
      Und damit kommt man zum Ausgangspunkt: Entweder man ist eine für alle offene Partei, muss dann jedoch mit alternativen Meinungen und auch deren Mehrheit innerhalb der Partei umgehen können. Oder aber man hat eine Partei, die nur Mitglieder akzeptiert, die sich an ein gewisses Leitbild halten.
      Und als Aussenstehender halte ich das für wesentlich Sinnvoller: So ist für den Wähler klar, für welche Politik die Partei steht. Ich will niemanden wählen, der seine politische Meinung um 180° dreht. Übrigens auch ein Punkt, der den Piraten am Anfang geholfen hat: Dass die etablieren Parteien als abgehoben und als Welt für sich betrachtet wurden.
      Und ein letzter Punkt: Dieser durch Abwesenheit eine Deligiertensystems mögliche schnelle Strömungswechsel ist Systembedingt. Der für alle offene Schwarm hat kein Leitbild, an welches er sich halten kann. Und daher folgt er dem, der in dem Moment das attraktivste Angebot macht, es bleibt kaum Zeit für Diskussionen, es wird nichts gefiltert.

    • Frankophon 02:54 am 11. Januar 2013 permalink | Antwort

      Kleiner Nachtrag: die Beschwerden die da draußen irgendwo über den Umgang „der Medien“ mit Steinbrück rumfliegen, bergen zwar keine großartigen Erkenntnisse. Aber wer das Szenario verfolgt hat (die Zeit fasst es indirekt hier ganz gut zusammen http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-01/steinbrueck-spd-kanzlerkandidat-medien/seite-2), der wird eine gewisse Ähnlichkeit zum Umgang mit den Piraten feststellen. Soap-Style-mässig aufgebaut, aus einem Reflex heraus, getreu den derzeitigen Rahmenbedingungen aus innenpolitischer Situation/Zeitgeist/Trend, technischer Entwicklung und daraus folgendem Geldmangel – und dann den Fall passend dramatisch begleitet. Dabei passten Piraten als Antwort auf diese schlimmen Tendenzen im Journalismus wie die Faust auf’s Auge.

      Der Vergleich Piraten und Steinbrück drängt sich sogar auf. Nur leider haben „die Medien“ es im Fall der Piraten erfolgreich als Schwäche umgedeutet, dass alle Piraten nach ihrem Schnabel reden „dürfen“ und so viele Kanäle und Möglichkeiten der Äußerung bestehen – im Sinne einer Soap-Entwicklung. Als Antwort der Piraten gab es aber nur sinnlose 45er-Treffen ohne ne langfristige Ausrichtung derer, die auf den professionellen Plätzen sitzen und sich ihrer Bedeutung nicht bewusst sind. Statt mit Stolz auf die ursprüngliche Idee zu verweisen, die natürlichen Schutzmechanismen eurer Kommunikation und einfach so weiter zu machen und in den oberen Etagen die Fresse zu halten, wurde von den Famous Five gelabert und gelästert – vor Ort war eine unfassbare Lethargie zu greifen, eine aufkommende Panik und dann der permanente Verrat der Mitglieder untereinander, mangels Willen und Vertrauen.

      Gut dass es so unfassbar viele Piraten gibt und immer noch welche nachkommen. Wie geschrieben. Der Bestand ist wohl gesichert, aber das Gesicht wird ein deutlich anderes sein. Die eigentliche Chance aber ist vertan. Ich kann bei diesem Gedanken auch leider keine ruhigen Texte mehr verfassen. Nehmt es so hin und freut euch über den Ärger.

    • Dirk Ulbrich 20:34 am 13. Januar 2013 permalink | Antwort

      Habe den Blogpost gerade erst gelesen, aber: Danke!
      Trifft es auf den Punkt.

    • Paul B. 20:50 am 13. Januar 2013 permalink | Antwort

      Vielen Dank für diesen Text, er deckt sich mit vielen meiner Beobachtungen zur Entwicklung der Piratenpartei seit 2009.

      Wann kann man denn mit dem zweiten Teil rechnen?

      Viele Grüße, Paul B.

    • MichaelKF 21:41 am 13. Januar 2013 permalink | Antwort

      Gut gebrüllt! Stimme dir im großen und ganzen zu. Danke für den Beitrag.

    • StarFire 09:53 am 14. Januar 2013 permalink | Antwort

      /signed

      Was Du schreibst habe ich schon letztes Jahr des öfteren thematisiert. Leider wird man von diesen Leuten einfach niedergeschrien wenn man sachlich, rational und freiheitlich argumentiert. Ich mag mich deren Ideologiekeulen und wütenden, selbstgerechten Emotionen nicht mehr aussetzen. Das ständige dagegenhalten hat mich viel Kraft und Zeit gekostet, die ich nicht für so albernes Geplänkel übrig habe. So wird die nötige politische Grundlagenarbeit nämlich nicht erledigt. Also arbeite ich still in meinen AGs und ignoriere die Schreihälse, in der Hoffnung, daß sie uns nicht alles kaputtmachen, was wir mühsam aufgebaut haben. Ich habe definitiv keine Kraft mehr, gegen die zu kämpfen.

    • Swen Kuboth 10:45 am 14. Januar 2013 permalink | Antwort

      Ich pflichte Dir bei.

      Genau die paar Typen sind es komischerweise auch, die gerne öffentlich Stress machen.

    • Michael Behling 11:13 am 25. Januar 2013 permalink | Antwort

      Einstellungen und Meinungen wie deine haben noch mal bewogen auf dem Piratenschiff anzuheuern. Leider sind ultralinke dabei ans Steuer gekommen, und haben das Piratenschiff schon långst auf das Riff gesetzt.

      Während die einen mit Joint und Sandalen, aber ohne Socken am Strand sitzen, versuchen die bürgerlichen und sachorientierten Matrosen per Neuanfang das Schiff wieder flott zu bekommen.

      Wie lange bis zum nächsten Aussetzer? Wie lange, bis das Schiff im Hafen der Wähler nicht mehr anlaufen darf oder braucht?

      Wo sind all die Piraten hin, mit denen man sachorientiert und emotionslos selbst über Sterbehilfe und andere Themen diskutieren konnte.

      Michael Behling
      @Inoxis63

    • Llarian 15:39 am 27. Januar 2013 permalink | Antwort

      Danke für diesen Text!
      Ich erlebe es in diversen AGs leider immer wieder, daß genau das passiert, was du beschreibst: Eine kleine, lautstarke Minderheit will eine Extremposition mit aller Gewalt durchdrücken. Dabei ist kein Mittel zu brutal, einschließlich Rufmordkampagne.
      Wenn ich meinen Keks nicht kriege, haue ich deine Förmchen kaputt.

      Woher kommt das? Antwort: Aus dem Hype, den wir letztes Jahr erleben durften. Unsere Mitgliederzahlen sind in die Höhe geschossen. Dabei sind tausende vernünftige Menschen, die unsere Ideale teilen und eine echte Bereicherung sind, aber leider auch ein paar hundert (mehr sind es wirklich nicht) Durchgeknallte, die mit ihren kruden Ideen schon woanders Schiffbruch erlitten haben, und jetzt die Piraten als Vehikel mißbrauchen wollen. Gerade unsere offene Struktur, auf die wir zu recht stolz sind, macht es ihnen leicht. Sie mißbrauchen sie immer wieder, um Shitstorms zu entfachen. Die Frage muß also lauten, wie werden wir diese Leute wieder los, ohne uns selbst zu verraten und so zu werden wie die anderen Parteien?

  • Aleks Lessmann 13:00 am 13. November 2012 permalink | Antwort
    Tags: BEUrokraten, , europa, ,   

    Deutsche fühlen sich in der Neuzeit immer als Europäer. Das hat natürlich mit den Gräueltaten der Nazizeit zu tun und mit der Scham, die man empfindet gegenüber dem, was geschah. Wie wird es in „Yes, Minister“ so schön gesagt (und ich paraphrasiere, weil ich die Stelle nicht auf Anhieb gefunden habe, sondern bei anderen lustigen Stellen festklebte): „Die Deutschen wurden Teil der EU, um wieder zur Menschheit gehören zu dürfen.“
    Doch auch 2012, trotz Finanzkrise und ewigen Problemen fühlen sich Deutsche als Europäer. Ob sie sich wiederum als EU-Bürger fühlen ist eine gute Frage. Denn die EU ist zu einem bürokratischen Moloch gewachsen, in dem Lobbyisten das Sagen haben und die Bürger eher stören.
    Das Europäische Parlament, die einzige gewählte Institution des gesamten Molochs, kriegt die Krümel vom Tisch und musste sich seine Rechte seit 1979 hart erkämpfen. Immerhin hat es mittlerweile das Recht, beim Haushalt der EU mitzubestimmen und es darf die Kommission ablehnen.
    Doch weiterhin darf es keine eigenen Gesetze einbringen, die Kontrolle über die Kommission – wenn man so will die Regierung der EU – ist dürftig und es ist weit entfernt von dem, was andere Parlamente in Europa dürfen.
    Um dieses Dickicht zu klären, um für saubere Verhältnisse zu sorgen, braucht Europa die Bewegung der Piraten. Wir sind eine weltweite Bewegung, die sich nicht durch nationalistische Gedanken verwirren lässt. Dabei respektieren wir natürlich die kulturellen Unterschiede der verschiedenen Regionen.
    Wir sind eine Bürgerbewegung, die überall dafür sorgen will, dass die Einstiegshürden für Bürger auch in Angelegeheiten des Staates niedrig sind. Wir machen aus unserem Hinterzimmer ein Glashaus und sorgen dafür, dass Geheimnisse, die keine zu sein brauchen (wie etwa Absprachen von Ältestenräten oder Dokumente zum ESM) auch keine bleiben.
    Die Bewegung der Piraten wird dafür sorgen, dass der Bürger in der EU mehr zu sagen hat, dass die EU-Bürokratie, die unsäglichen BEUrokraten, sich immer weniger hinter „vertraulich“ oder gar „geheim“ verstecken können. Und wir werden für ein menschlicheres Europa kämpfen, in dem auf die kulturellen Eigenheiten der verschiedenen Völkerschaften eher eingegangen wird.
    Kurzum: Wer, wenn nicht die Piraten, kämpft für eine EU, die eine Einrichtung von den Bürgern für die Bürger ist?
    Doch dafür müssen wir Piraten uns endlich entscheiden, wie wir uns als Partei in Europa verstehen. Wir haben dafür schon lange eine AG Europa, diese hat Programmpunkte ausgearbeitet, die für mich als Europäer (in Deutschland geboren, in Spanien dreisprachig aufgewachsen, zwei Staatsbürgerschaften) viel von dem wiedergeben, wie ich mir als Pirat Europa vorstelle.
    Ich möchte euch in den nächsten Tagen die Anträge der AG Europa erklären, in die Diskussion darüber mit euch gehen und dafür sorgen, dass die Positionen der AG Europa, eine wichtige Arbeitsgemeinschaft der Piratenpartei, besser bekannt werden.
    – Mein Blogpost zu PA098 Grundsatzpositionierung der Piratenpartei zu Europa
    – Mein Blogpost zu PA134 Verbesserung der europäischen Institutionen
     
  • Aleks Lessmann 10:45 am 28. July 2012 permalink | Antwort  

    Europapolitik ist keine Außenpolitik

    Hier das MP3 zur Rede: Keynote Aleks Lessmann 2 Potsdamer Konferenz

    Guten Tag und herzlich willkommen zur zweiten Potsdamer Konferenz der Arbeitsgemeinschaften “Außen- und Sicherheitspolitik” und “Europa” der Piratenpartei Deutschland.

    Mein Name ist Aleks Lessmann und ich bin der politische Geschäftsführer im Landesverband Bayern, dem größten Landesverband der Piratenpartei Deutschlands.

    Ich bin hier, wie wir alle, weil mich die internationale Politik interessiert. (mehr …)

     
  • Aleks Lessmann 11:58 am 19. June 2012 permalink | Antwort  

    Und Herr Stefan Schulz ist schuld daran. In seinem heute in der FAZ veröffentlichten Artikel zu den Piraten und zu einer gestern gezeigten Dokumentation des NDR glorifiziert er „den Mann, der niemals Wahlen gewonnen hat“ Eppler als einen würdigen Kritiker der Piratenpartei, was an sich schon lächerlich genug ist. (mehr …)

     
  • Aleks Lessmann 10:57 am 1. June 2012 permalink | Antwort
    Tags: Christopher Lang, , Piratenpartei, presse, pressearbeit   

    Nach dem Rücktritt von Christopher Lang von seiner Aufgabe als Bundespressesprecher der Piratenpartei Deutschland bin ich der Meinung, dass meine Arbeit als Stellvertreter mit dem noch vorhandenen Personal nicht mehr machbar ist. Criss hat die Arbeit mit Professionalität und konstruktivem Verhalten geprägt. Dieser immens wichtige Teil der Pressearbeit fällt jetzt weg.

    Hier sehe ich zu meinem großen Bedauern einen Haufen gute Arbeit auf der Strecke bleiben. Gute Arbeit, die ich alleine nicht weiter führen kann und will. Sein Rücktritt hat mich dazu bewegt, meine Beauftragung als stellvertretender Pressesprecher der Piratenpartei Deutschland ebenso abzugeben.

    Wir haben als Team seit Jahren gemeinschaftlich agiert und eine erfolgreiche Strategie mit dem ehemaligen Bundesvorstand für die Pressearbeit der PIRATEN erstellt. Seit dem Verlust von Gefion Thürmer und der Umstrukturierung des Bundesvorstandes, als auch der Presseleitung unter den Sprechern, ist von der bisherigen effektiven Arbeitsweise zu meinem großen Bedauern nur wenig geblieben. Viele Mitglieder der »Servicegruppe Presse« haben ihre Arbeit zurückgefahren, eingestellt oder das Team sogar ganz verlassen.

    Ich bleibe jedoch der Pressearbeit in Bayern, im Bundesverband und wo auch immer meine Hilfe sonst gebraucht wird mit meinem ganzen Herzblut erhalten und freue mich, die LVs, die mich um Hilfe gebeten haben entsprechend zu unterstützen. Auch werde ich jeder professionellen Pressearbeit im Bund zur Verfügung stehen. So wie ich es seit 2010, fünf Bundesparteitagen und unzähligen Treffen, eigene wie fremde Interviews, eigene wie fremde Artikel und Pressemitteilungen getan habe.

    Ich danke allen in der SG Presse, aber vor allem Criss, Volker, Gefion, Sebastian, Lena, Thomas und vielen anderen für ihre unermüdliche Arbeit, Tag und Nacht, 24/7.

    Schönen Gruß
    Aleks

     
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Aleks Lessmann